Hutpilze im Rasen

(Quelle: Diagnose – und Therapiehandbuch © Dr. Harald Nonn, EUROGREEN )

Die hauptsächlich bei warm-feuchter Witterung auftretenden Hutpilze sind für die Rasengräser absolut ungefährlich. Auch ist mir über eine Giftigkeit für Warmblüter nichts bekannt. Generell kann dies jedoch nicht gesagt werden, da es viele Arten von Hutpilzen im Rasen gibt und eventuell auch ein giftiges Exemplar dabei sein könnte. Hier hilft nur eine exakte Bestimmung der jeweiligen Art.

Die Pilzsporen leben in der organischen Substanz im Boden und an der Bodenoberfläche (z.B. Rasenfilz). Dort warten sie auf ausreichend Feuchtigkeit und verbreiten sich unregelmäßig auf der Rasenfläche. Die Pilze sind also latent im Rasenvorhanden, störend werden sie nur, wenn sie ihre Fruchtkörper, die braun-schwarzen Hüte, ausbilden.

Das einfachste Gegenmittel ist das regelmäßige Abmähen der Fruchtkörper. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich. Bei nachlassendem Niederschlag verschwinden die Hutpilze wieder von selbst aus dem Rasen, da die Feuchtigkeit zur Sporenkeimung fehlt.

Bei Fertigrasen, der im Frühjahr oder Herbst verlegt wird, sind die Hutpilze wegen der Notwendigkeit der Bewässerung der Rasensoden häufig anzutreffen. Da es keine sterilen Anzuchtböden für Fertigrasen gibt, können die Sporen der Hutpilze mit dem Fertigrasen einwandern. Ein Eintrag der Sporen über die Luft ist aber ebenfalls möglich.

Ein Mangel des Fertigrasens in Bezug auf den nach dem Verlegen aufgetretenen Pilzbefall liegt meines Erachtens nicht vor. Auch die entsprechende Norm DIN 18917 - Rasen und Saatarbeiten - gibt hierzu keine Auskunft.