Rasendoktor · Diagnose
Hexenringe im Rasen, erkennen & behandeln
Hexenringe entstehen durch ein Bodenpilz-Myzel, das sich von einem Punkt aus kreisförmig nach außen ausbreitet, der Ring wird deshalb Jahr für Jahr größer. Sie erkennen ihn an einem auffällig dunkelgrünen Kreisbogen, an vertrocknetem Gras entlang der Linie oder an einem Kranz aus Hutpilzen. Der Rasen stirbt dabei selten am Pilz selbst, sondern weil das dichte Myzel den Boden wasserabweisend macht.

Diagnose auf einen Blick
Die Symptome, vertrocknendes Gras, Farbunterschiede, bekommen Sie mit Wässern, Aerifizieren und Düngen selbst gut in den Griff. Das Myzel im Boden bleibt trotzdem und treibt den Ring weiter nach außen. Wirklich entfernen lässt sich der Pilz nur über einen Bodenaustausch, und das ist eine Baumaßnahme, keine Rasenpflege.
Soforthilfe
Was jetzt zu tun ist
- Den Ringbereich durchdringend wässern, nicht kurz überbrausen, sondern über mehrere Stunden so viel Wasser geben, dass der Boden bis in 10–15 cm Tiefe nass wird
- Vorher den Boden im Ring mit der Grabegabel alle 10 cm einstechen und leicht wackeln, damit das Wasser überhaupt eindringen kann
- Die Kontrolle machen: nach dem Wässern ein Stück Soden ausstechen. Ist der Boden darunter trocken und riecht muffig-pilzig, ist er hydrophob, dann hilft nur mehr Wasser plus mechanisches Aufschließen
- Hutpilze regelmäßig abmähen oder absammeln, bevor sie aussporen, und Kinder und Haustiere von ihnen fernhalten
- Die restliche Rasenfläche gleichmäßig düngen, damit sie farblich zum dunkelgrünen Ring aufschließt und der Kreis optisch verschwindet
- ✕Kein Fungizid: gegen Hexenringe ist im Haus- und Kleingarten kein Mittel zugelassen, und die im Handel erhältlichen Rasenmittel erreichen das Myzel im Boden ohnehin nicht
- ✕Nicht mehr düngen, nur weil ein Teil braun ist, der dunkelgrüne Ring zeigt einen Stickstoff-Überschuss, kein Defizit
- ✕Nicht häufiger, aber kürzer wässern: viele kurze Gänge verschlimmern das Problem, weil das Wasser auf dem wasserabweisenden Boden oberflächlich abläuft
- ✕Nicht vertikutieren, solange Fruchtkörper stehen, Sie verschleppen Myzelbruchstücke über die ganze Fläche
Sieht Ihr Rasen so aus?
Vergleichen Sie Ihren Schaden mit ähnlichen Rasenproblemen.




Symptome
So erkennen Sie Hexenringe
- Kreis, Halbkreis oder Bogen, die Form ist das entscheidende Merkmal, nicht die Farbe
- Der Ring wird von Jahr zu Jahr größer, weil das Myzel vom Ausgangspunkt aus nach außen wandert (grob eine Handbreit bis ein Fuß pro Saison)
- Dunkelgrüner, üppiger Grasstreifen: Der Pilz mineralisiert organisches Material und setzt Stickstoff frei
- Vertrocknetes, strohiges Gras entlang der Ringlinie, obwohl gewässert wird, der Boden nimmt kein Wasser mehr an
- Beim Ausstechen: weißliches, watteartiges Pilzgeflecht im Boden, dazu ein deutlicher, pilzig-modriger Geruch
- Hutpilze in Bogenform nach warmen Regenphasen, oft nur wenige Tage sichtbar

- Hutpilze im Rasen: Pilze im Rasen sind erst dann ein Hexenring, wenn sie im Kreis oder Bogen stehen. Verstreut oder in Nestern wachsende Hutpilze zersetzen meist eine einzelne Wurzel oder ein vergrabenes Holzstück im Boden und verschwinden von allein wieder.
- Trockenstress: Trockenstress trifft ganze Flächen, in unregelmäßigen Umrissen, typischerweise an Rändern, über Leitungen oder dort, wo der Sprenger nicht hinreicht. Ein Hexenring hat immer eine Bogenlinie, und meist einen dunkelgrünen Kontrast direkt daneben.
- Braune Flecken im Rasen: Braune Flecken durch Pilzkrankheiten, Hundeurin oder Düngerfehler sind unregelmäßig geformt und wachsen nicht Jahr für Jahr konzentrisch nach außen. Fehlt der Ring, ist es kein Hexenring.
- Nährstoffmangel: Bei Nährstoffmangel vergilbt die Fläche gleichmäßig oder streifig (Sprengerbahnen, Streuerspuren). Ein Hexenring produziert das Gegenteil: eine übernährte, dunkelgrüne Zone im ansonsten normalen Rasen.
Ursachen
Wie entsteht Hexenringe?
Behandlung
Hexenringe behandeln, Schritt für Schritt
-
1
Ringbereich mechanisch aufschließen
Stechen Sie den Ring und einen Streifen von rund 30 cm links und rechts davon dicht mit Grabegabel oder Aerifizierer ein, 15–20 cm tief, alle 8–10 cm. Nur so kommt Wasser überhaupt wieder an die Wurzeln, ohne diesen Schritt läuft jede Bewässerung ins Leere.
-
2
Durchdringend wässern, nicht überbrausen
Wässern Sie den aufgelockerten Bereich langsam und lange, idealerweise mit einem Tropfschlauch oder mehreren Sprenger-Gängen im Abstand von einer Stunde, bis der Boden bis in die Tiefe feucht ist. Kontrollieren Sie mit dem Spaten, ist die Erde 10 cm tief noch trocken, war es zu wenig.
-
3
Netzmittel oder Bodenaktivator einsetzen
Ein Netzmittel (Wetting Agent) senkt die Oberflächenspannung und hilft dem Wasser, in den hydrophoben Boden einzudringen, das ist eine sinnvolle Unterstützung, aber kein Mittel gegen den Pilz. Es macht das Wässern wirksamer, mehr nicht.
-
4
Die restliche Fläche nachziehen statt den Ring bekämpfen
Düngen Sie den gesamten Rasen gleichmäßig auf, bis er das Grün des Rings erreicht, dann fällt der Kreis kaum noch auf. Das ist bei den meisten Gärten die ehrlichste und günstigste Lösung: Der Pilz bleibt, aber Sie sehen ihn nicht mehr.
-
5
Bodenaustausch, die einzige verlässliche Lösung
Bei starkem Befall tragen Sie den Boden im Ringbereich rund 30 cm tief ab, und zwar mindestens 30 cm über den sichtbaren Ring hinaus, füllen mit sauberem Mutterboden auf, verdichten leicht und legen frischen Rollrasen. Wichtig: Werkzeug und Schuhe danach reinigen, sonst verschleppen Sie Myzelreste in intakte Bereiche.
Wann wird der Rasen wieder gesund?
Wie schnell das Gras zurückkommt, hängt fast allein davon ab, wie tief der Boden hydrophob geworden ist. Auf leichten Sandböden nach zwei, drei gründlichen Wassergängen; auf verfilzten, jahrelang nur oberflächlich beregneten Flächen kann es die halbe Saison dauern. Nach einem Bodenaustausch mit Rollrasen ist die Fläche dagegen sofort wieder geschlossen und in 2–3 Wochen angewachsen.
Wir sehen Hexenringe fast jede Saison, und in neun von zehn Gärten raten wir zum selben: leben lassen. Nehmen Sie die Grabegabel, stechen Sie den Ring durch, wässern Sie ihn ordentlich durch, und düngen Sie dann den Rest des Rasens so weit auf, dass er dem dunkelgrünen Ring farblich folgt. Danach sieht niemand mehr, dass da ein Kreis war. Ein Bodenaustausch lohnt sich erst, wenn der Ring mitten in einer Repräsentationsfläche steht oder Sie ohnehin umbauen. Und wenn Sie ihn machen: großzügig ausheben, lieber 30 cm zu weit als 10 cm zu knapp, sonst haben Sie den Ring in zwei Jahren wieder.
Vorbeugen
Hexenringe vorbeugen
Könnte es auch etwas anderes sein?
Nicht sicher, ob es Hexenringe ist?
Schicken Sie uns ein Bild Ihres Rasens, wir schauen es uns an und sagen Ihnen, was wir sehen. Oder gehen Sie zurück zum Rasendoktor.
Häufige Fragen zu Hexenringe
Sind Hexenringe gefährlich für den Rasen?
Für den Rasen selbst sind sie meist harmlos, der Pilz befällt die Gräser nicht. Gefährlich wird nur die Nebenwirkung: Das dichte Myzel macht den Boden wasserabweisend, dann verdurstet das Gras darüber, obwohl Sie gießen. Wer den Boden im Ringbereich aufschließt und durchdringend wässert, hält den Rasen dauerhaft grün, auch wenn der Pilz bleibt.
Kann man Hexenringe wirklich entfernen?
Mit Hausmitteln nicht dauerhaft, das muss man ehrlich sagen. Fungizide gegen Hexenringe sind im Haus- und Kleingarten nicht zugelassen, und selbst zugelassene Mittel würden das Myzel tief im Boden kaum erreichen. Die einzige verlässliche Methode ist ein Bodenaustausch: rund 30 cm tief ausheben, deutlich über den Ring hinaus, mit sauberem Mutterboden auffüllen und neu anlegen.
Sind die Pilze im Hexenring giftig?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, in Hexenringen wachsen sehr unterschiedliche Arten, und einige davon sind giftig. Eine sichere Bestimmung ist ohne fachkundige Pilzberatung nicht möglich, deshalb geben wir grundsätzlich keine Verzehrempfehlung ab. Halten Sie Kinder und Haustiere von den Fruchtkörpern fern und mähen oder sammeln Sie sie ab.
Warum ist der Ring dunkelgrün und wächst schneller?
Der Pilz zersetzt organische Substanz im Boden, Rasenfilz, Wurzelreste, altes Holz. Dabei wird gebundener Stickstoff frei, und den nimmt das Gras direkt auf. Das Ergebnis ist ein überversorgter, dunkelgrüner Streifen. Deshalb ist Nachdüngen im Ring genau falsch: Dort ist bereits zu viel Stickstoff, nicht zu wenig.
Kommen Hexenringe nach der Behandlung wieder?
Solange das Myzel im Boden ist, ja, der Ring wandert jede Saison ein Stück weiter nach außen und wird größer. Auch nach einem Bodenaustausch kann er zurückkommen, wenn Sie zu knapp ausgehoben oder Myzelreste mit Spaten und Schuhen wieder eingeschleppt haben. Deshalb: großzügig ausheben, Werkzeug danach gründlich reinigen.
Muss ich den ganzen Rasen erneuern?
Nein, in aller Regel nicht. Ein Bodenaustausch betrifft nur den Ringbereich plus einen Sicherheitsstreifen von mindestens 30 cm. Diesen Bereich legen Sie anschließend mit frischem Rollrasen wieder zu, dann ist die Fläche sofort geschlossen und nach zwei bis drei Wochen angewachsen. Den restlichen Rasen können Sie stehen lassen.
Hilft ein Netzmittel gegen Hexenringe?
Es hilft gegen die Folge, nicht gegen die Ursache. Ein Netzmittel senkt die Oberflächenspannung des Wassers, sodass es in den wasserabweisenden Boden eindringen kann statt oberflächlich abzulaufen. Das lässt das vertrocknete Gras wieder anwachsen. Den Pilz selbst tötet es nicht ab, als Wundermittel sollten Sie es nicht verstehen.
Kann ich einen Hexenring einfach ausstechen und Rollrasen darauflegen?
Nur, wenn Sie den Boden mit austauschen. Legen Sie neuen Rollrasen auf durchpilzten, hydrophoben Boden, sitzt das Myzel weiter darunter und das Problem zeigt sich in der nächsten Saison wieder. Wir empfehlen: 30 cm tief abtragen, mindestens 30 cm über den sichtbaren Ring hinaus, sauberen Mutterboden einbringen, leicht andrücken, und erst dann den Rollrasen verlegen.
Weitere Rasenprobleme
Falls Sie Unterstützung benötigen
Nur was bei Hexenringe tatsächlich hilft, aus eigener Produktion.
Das könnte Sie auch interessieren
Unsicher bei der Diagnose?
Schicken Sie uns ein Bild oder rufen Sie an, Sie sprechen direkt mit jemandem, der täglich mit Rasen arbeitet.


